Skat-Geschichte

Drei Spieler, 32 Karten und 200 Jahre Geschichte

Inhaltsverzeichnis:

  1. Skat – Kartenspiel mit Tradition
  2. Der Skatspieler und die Vereine
  3. Skat und Philosophie
  4. Skat in der Weimarer Republik
  5. Ein besonders deutsches Kartenspiel?
  6. Skat auf der Leinwand
  7. Skat auf der Opernbühne
  8. Skat in der Literatur
  9. Soldaten, Luftangriffe und Skatkarten
  10. Skat als Verbindung zwischen Grenzen
  11. Skat in der Politik
  12. Skat im Cabaret

Skat – Kartenspiel mit Tradition

Skat - Spiel mit Tradition

Skat – Spiel mit Tradition

Wer kennt es nicht – in Kneipen und Cafés gibt es immer mindestens einen Tisch, an dem eine Runde aus drei Herren Skat spielt – oder „Skat kloppt“, wie es in manchen Regionen heißt.

Drei Spieler, 32 Karten und ein gut durchdachtes Regelwerk, das unzählige Spielvarianten ermöglicht – das erklärt vielleicht den Reiz des Spiels.

Dieser hält sich nämlich schon seit über zweihundert Jahren: Skat gespielt wird seit ca. 1810 – ursprünglich entstand das Spiel als Variante des älteren Schafkopf und es erlangte schon bald mit enormer Popularität in deutschen Landen.

200 Jahre deutsche Skat-Geschichte – das ist Kulturgeschichte vom Feinsten, da lässt sich einiges erzählen.

nach oben

Ein Skatspieler ohne Verein ist wie ein Fisch ohne Wasser…

Auffällig ist zum einen der hohe Organisiertheitsgrad des Skat-Spielens.

Man sagt den Deutschen ja ohnehin gerne nach, sie wären unfähig, ihre Freizeit unorganisiert zu verbringen und strebten daher in Vereine: Aktuell zählt man in Deutschland ca. 600.000 Vereine verschiedenster Ausrichtung, 44% der Deutschen sind nach eigener Aussage Mitglied in mindestens einem Verein!

Ein Teil davon entfällt auf Skat-Vereine und das ist eine nennenswerte Besonderheit: Das Skatspiel ist eines der verbreitetsten Kartenspiele Deutschlands und wird – im Gegensatz zu vielen anderen Spielen – nicht nur im privaten Kreis, daheim oder in Kneipen und Cafés, sondern auch im offiziell organisierten Rahmen betrieben.

Der Deutsche Skatverband nennt 1899 als sein Gründungsjahr und ist bis heute aktiv, auf seiner Homepage nennt er die Zahl von über 20 Millionen deutschen Skatspielern!

Neben Vereinen, Turnieren und sogar einer Bundesliga gibt es auch ein offizielles Skat-Gericht, das strittige Fälle entscheidet.

Man sieht schon: Das Skat-Spiel wird in Deutschland nicht auf die leichte Schulter genommen und das nicht erst seit gestern!

Skat als Gegner der Philosophen?

Vom Siegeszug des Skatspiels in deutschen Landen waren nicht alle begeistert: Während sich in vielen Städten und Dörfern mehr oder minder fest organisierte Skat-Clubs etablierten, kritisierte der Philosoph Arthur Schopenhauer diese neue Mode des Zeitvertreibs aufs Schärfste:

„Das Kartenspiel ist der erklärte Bankrott an alle Gedanken.“

so lautet der von ihm überlieferte Spruch dazu.

Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Der 1788 lebende Denker meinte wohl, dass diejenigen, die Karten austauschten, keine Gedanken auszutauschen hatten. Nun gut, man darf dazu wohl anmerken, dass es vielleicht auch zuviel verlangt sei, dass ein jeder „die Welt als Wille und Vorstellung“ kontemplieren möge – nach dem harten Tagewerk suchten und suchen die Menschen eben Entspannung und das gern im Kartenspiel!

Dieser pessimistischen Betrachtung entgegenstellen möchte man doch da die Erkenntnis des Kulturhistorikers Johan Huizinga, dass der Mensch an sich erst als „homo ludens“ – als spielender Mensch – seine Werte entwickle.

Auch Schiller wäre anzuführen mit seinem bekannten Zitat, der Mensch sei „nur da ganz Mensch, wo er spielt“.

Aus den Schützengräben auf die Kartentische der Weimarer Republik

Wer sich mit der Geschichte des Spiels auskennt, weiß, dass die klassische Form der Erfassung und Abrechnung der Spielpunkte auch als „Schützengrabenskat“ bekannt ist.

Warum? Weil sich dieses System in der Zeit des Ersten Weltkrieges, in den Schützengräben, in denen die deutschen Soldaten sich während der Feuerpausen erholten und mit Kartenspiel ablenkten, entstand.

Dementsprechend ist das Spiel auch in zahlreichen Kriegsromanen verewigt worden – am bekanntesten darunter wohl „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque.

Der 1898 geborene Schriftsteller wurde zeitgenössisch für seine schonungslose Darstellung des harten Frontalltags der einfachen Soldaten vielfach kritisiert – und seine realistische Darstellung des unfassbaren Nebeneinanders von Kriegsgrauen und Langeweile, von Angriff, Artilleriefeuer und Rückzug neben Plaudereien und Kartenspiel fasziniert auch heute noch die Leser: Skat gespielt wird in den Gräben wie auch auf den Latrinen, als Tisch dient ein Margarinedeckel, die Zeit zieht sich nahezu endlos und im Hintergrund hört man das Grollen der Front.

Auch im Lazarett wird Skat gespielt, die Verwundeten werden dabei mit Kissen abgestützt und die Redensarten fliegen durch den Raum – ein groteskes Männeridyll!

Für die Kriegsberichterstattung war das Skatspiel ein beliebtes Motiv, um den Daheimgebliebenen den scheinbar unbeschwerten Alltag der Frontkämpfer zu zeigen: Zahlreiche Aufnahmen zeigen die Soldaten beim Waschtag oder beim Kartenspielen, das eigentliche Kriegsgeschehen bildete lediglich einen entfernten Hintergrund.

Zum Einsatz kamen dabei sicherlich nicht nur die herkömmlichen Blätter in den vier bekannten Farben, sondern auch spezielle patriotische Kartenspiele mit Abbildungen des Kaisers und seiner Generäle: Tirpitz, Ludendorff, Hugenberg. Dazu abgebildet waren auch patriotische Sprüche, die die Moral der Frontkämpfer heben sollten.

Gedruckt und unters Volk gebracht wurden diese Spiele, am bekanntesten sicher die „Deutsche Kriegs-Spielkarte“ in hunderttausendfacher Stückzahl; an Soldaten wurden sie kostenlos ausgegeben.

So wurde also das Skat-Spiel zum Teil der Propaganda-Maschinerie des Ersten Weltkrieges.

Ein besonders deutsches Kartenspiel?

Das Skatspiel zog nicht nur mit den deutschen Soldaten in die Schützengräben des Ersten Weltkriegs sondern erfreute sich auch in der Weimarer Republik großer Beliebtheit.

Einigen galt es gar als Sinnbild des deutschen Geistes:

„Wenn dem Deutschen so recht wohl ums Herz ist, dann singt er nicht. Dann spielt er Skat.“

– so schrieb Kurt Tucholsky in seinem Neuen Lied, das unter einem seiner vielen Pseudonyme – Peter Panter – im November 1920 in der Weltbühne veröffentlicht wurde.

Der Text bietet eine gnadenlose Abrechnung mit der deutschen Kultur – und trifft, wie so oft, das deutsche Wesen mit einer spitzen Formulierung so genau wie es selten einem anderen Schriftsteller gelungen ist.

Bei ihm ist diese Aussage nicht unbedingt positiv zu werten – ein singendes, die Kultur genießendes und ertschätzendes Volk wäre ihm lieber, das ist klar.

Ist das Skat-Spiel also wirklich ein besonders deutsches Spiel, ein der deutschen Mentalität besonders entsprechendes? Gebührt dem Skat daher vielleicht wirklich der Rang eines „immateriellen Weltkulturerbes“ aus deutschen Landen?

Diese Meinung vertritt zumindest der Freistaat Thüringen – hier liegt ja schließlich das malerische Städtchen Altenburg, das unumstrittene Herz der Skat-Welt!

Als der Aufruf an die Bundesländer herangetragen wurde, Kandidaten zur Nominierung für das immaterielle Weltkulturerbe zusammenzutragen – genannt werden durften jeweils zwei – entschieden sich die Thüringer für das Skat-Spiel. Die zweite Stimme ging übrigens an die von Fröbel entwickelten Kindergärten, aber das nur nebenbei.

Wird das Skat-Spiel nun also bald zum Weltkulturerbe? Man darf gespannt sein, wie die Jury der UNESCO im Jahr 2016 entscheidet!

Skat auf der Leinwand

Dix-Skatspieler

Otto Dix- Die Skatspieler

Im selben Jahr, als Tucholsky sein Bonmot aufs Papier brachte, nahm sich auch ein anderer Künstler des Skatspiels an: Otto Dix war, ebenso wie Tucholsky und viele andere Literaten, von den Gräueln des Ersten Weltkrieges schockiert und suchte nach einem künstlerischen Ausdruck.

Der 1891 geborene Maler und Grafiker war dafür bekannt, die Gräuel des Krieges und die harschen Realitäten der Weimarer Republik mit unbestechlichem Auge darzustellen.

Und so zeigte er, wie eine der von Tucholsky zitierten Skat-Runden wohl ausgesehen haben mag: In seinem Bild „Die Skatspieler“ bannte Otto Dix eine gespenstische Männerrunde auf die Leinwand: Es wurde Teil einer Serie von vier Bildern, die Weltkriegsversehrte darstellten und als bedeutende Werke des frühen Verismus gelten.

Dabei wissen Kunsthistoriker auch, dass die Inspiration für dieses Gemälde auf einem realen Erlebnis beruht – und zwar auf einer Szene, die Dix im Hinterzimmer eines Dresdner Kaffeehauses beobachtete: Man sieht drei Skatspieler mit grotesken Entstellungen, mit verkrüppelten oder fehlenden Gliedmaßen, mit metallenen Kiefern, hölzernen Gelenken, gewundenen Hör-Rohren, Holzbeinen, die im Gewirr der Stuhl- und Tischbeine fast untergehen und anderen absurden Prothesen, dazu mit in diesem Licht recht lächerlich erscheinenden militärischen Orden.

Dargestellt ist diese Szene in einer modernen Mischung aus Ölmalerei und Collage: Die Spielkarten sind also echt!

Diese realistische Darstellung der Kriegsgräuel wurde zeitgenössisch viel kritisiert – ähnlich wie Remarques Roman!

Heute gilt es dagegen als ikonisches Werk der Moderne – seit 1995 ist das Werk in der Berliner Nationalgalerie zu bewundern.

Für einen Kaufpreis von 4,4 Millionen Dollar wurde es in New York bei einer Versteigerung von Kunstwerken im berühmten Auktions-Haus Sotheby’s erworben und trat dann die Reise über den Ozean, in die Heimat des Künstlers an.

Knapp ein Viertel des Kaufpreises wurde von der Bundesregierung getragen, der Rest über Spenden eingeworben – unter anderem auch durch ein hochkarätig besetztes Benefiz-Turnier mit Teilnehmern wie Eberhard Diepgen und durch die Versteigerung von Kunstwerken, die bekannte Künstler zu diesem Zweck gespendet hatten.

Zudem war die gesamte Stadt mit Postern gepflastert worden, die für die „Heimkehr“ dieses Kunstwerkes nach Berlin warben – die Botschaft war unmissverständlich!

Skat auf der Opernbühne

Das Skat-Spiel findet jedoch auch in andernorts und in viel fröhlicherer, unbesorgterer Umgebung seinen künstlerischen Widerhall, darunter auch auf der Opernbühne.

Es ist ja beileibe kein Zeitvertreib müßiger Kneipenhocker – viele geistig rege und kreative Menschen sind von den unzähligen Kombinationsmöglichkeiten von Farbspiel, Grand und Nullspiel fasziniert.

Zu diesen gehört auch der bekannte Musiker Richard Strauss!

Der 1864 in München geborene Komponist konnte – so berichten die Enkel auf der ihm gewidmeten Homepage – nur beim Skatspiel so richtig abschalten.

Und so war es nur logisch, dass er diesem von ihm so geliebten Zeitvertreib ein bleibendes Denkmal setzte. Dies tat er – als Komponist, der insbesondere für seine Programmmusik und seine Opern bekannt war – auf die ihm am edelsten erscheinende Weise: Er baute das Skatspiel in eines seiner Werke ein.

So sah das Publikum, das im November 1924 im Dresdner Schauspielhaus der Uraufführung von Strauss’ Oper Intermezzo beiwohnte, eine originale Skat-Szene auf der Bühne!

Das Libretto stammt – nachdem Hofmannsthal ablehnte – übrigens von Strauss selbst, der damit eine wunderbare Komödie mit stark autobiographischen Zügen schuf.

Der in der Oper auftretende Held, der Hofkapellmeister Storch, ist also unschwer als das Alter Ego von Richard Strauss zu erkennen! Und ebendieser sitzt dann im zweiten Akt in Wien, wohin er zu einem musikalischen Engagement reiste, beim Skat: Das Klavier untermalt das Kartenmischen, Storch lobt seine glückliche Ehe… – als just das Telegramm seiner Frau Christine eintrifft: „Wir sind für immer geschieden!“

Das Werk gilt als eines der am meisten unterschätzten Tondichtungen Strauss’ und wird vergleichsweise selten gespielt – an der spannenden Skat-Partie kann dies jedoch sicherlich nicht liegen!

Skat in der Literatur

Dieser Streifzug durch die Kulturgeschichte des Skats wird im nächsten Kapitel nun wieder etwas düsterer: Wer sich mit der deutschen Nachkriegsliteratur nach 1945 befasst, kommt um Günter Grass und seine Blechtrommel nicht drum herum – und auch hier wird Skat gespielt!

Günter Grass - Die Blechtrommel

Eine der Schlüsselszenen spielt während der Belagerung der Danziger Post durch die Nationalsozialisten – am 1. September 1939, am Tag des Beginns des Zweiten Weltkrieges mit dem Überfall auf Polen, da heißt es: „Wir dreschen jetzt einen anständigen Skat.“

In dieser Szene offenbart Oskar seinem Freund Jan Bronski, dass er sprechen kann – und sogar Skat spielen kann!

Das Spiel gerät angesichts der äußeren Umstände jedoch aus dem Ruder, Jan halluziniert, baut ein Kartenhaus und die von Oskar später aufgefundene Skatkarte zeigt den Ort, wo sein Freund ermordet und verscharrt wurde.

Diese düstere Symbolik hat also das Skat-Spiel bei Günter Grass – und auch privat spielte der große Schriftsteller ganz gern eine Partie!

Und wieder: Soldaten, Luftangriffe und Skatkarten

Nachtjagdpiloten beim Skat spielen

Nachtjagdpiloten beim Skat spielen

Nicht nur in der belagerten Danziger Post, auch in den Soldatenzügen, in den Stellungen und später auch den Gefangenenlagern des Zweiten Weltkriegs hatten die deutschen Soldaten die Karten immer dabei.

In zahlreichen Arbeiten, die sich mit dem Alltag der Soldaten im Krieg beschäftigten, neben dem, was neben den eigentlichen Kampfhandlungen an persönlichen Freiräumen erhalten blieb, taucht das Motiv des Skatspiels immer wieder auf.

So schildert ein Erlebnisberricht aus der Varranger-Region, Norwegen, den Alltag der Marinesoldaten :

„Naja, aber so hat man… da ist man wieder an Bord gegangen, verschiedene haben Skat gespielt nach Feierabend“

Das Spiel mit den 32 Karten begleitete die Soldaten dabei nicht nur nach Norwegen sondern auch bis nach Nordafrika, so berichtet ein in Ägypten in britische Gefangenschaft geratener Soldat, der Maschinen-Obergefreite Günter Hille , # Nr. 58417/42 D, mot. 2 folgendes über die Bedingungen im Lager:

„Wir wohnten in einem Zelt, 10 Mann in dem Zelt, wir schliefen auf Strohsäcken auf der Erde. Es war nicht viel Platz, die Strohsäcke lagen Seite bei Seite, ein schmaler Gang in der Mitte. Aber es war auszuhalten. Die meiste Zeit verbrachten wir im Zelt, spielten Schach oder Skat.“

Auch die in der Heimat zurückgebliebenen Zivilisten vertrieben sich die monotone Wartezeit bei Bombenangriffen, auf Nachtwachen und ähnlichen Aktionen beim Kartenspiel.

So schildert dies beispielsweise ein Bericht über einen Bombenangriff auf Leipzig :

„Die Schüler in der Humboldtschule waren zur Nachtwache stationiert, um Akten in den Keller zu räumen, sollte sich ein weiterer Angriff abzeichnen. Sie hatten Skat gespielt und waren erst spät in ihre Feldbetten gekrochen. Als Sprengbomben und Luftminen die Jugendlichen um vier Uhr morgens aus dem Schlaf rissen, konnten sie nur noch selbst in den Keller flüchten.“

Ähnlich beschreibt ein Erlebnisbericht aus dem Ruhrgebiet , wie während der Angriffe in den Bergwerken Zuflucht gesucht wurde:

„ Als der Stollen randvoll war, ballerte schon die Flak, und am Himmel kreisten einzelne Flugzeuge. Wilhelm Blockhorst und Schwiegersohn Kruck hielten sich am Stolleneingang auf. Ernst Lahne gesellte sich zu ihnen. Vor einigen Minuten hatten sie noch Skat gespielt.“

Das Gegenbild: Skat als Verbindung über Grenzen hinweg

Unter dem bildmächtigen Titel „Skat unterm Stacheldraht“ entstand in Koproduktion mit dem MDR im Jahre 2009 ein Dokumentarfilm, der seinen Ausgangspunkt in einem berühmten Vorfall fand: 1981 kamen, während der Arbeiten am Grenzstreifen, Bauarbeiter und Grenzer ins Gespräch – und dann zum gemeinsamen Spiel.

Westdeutsche Grenzer kiebitzten und kommentierten – undenkbar? Aber doch so real geschehen.

Aus einem Spiel wurden schnell wiederholte Treffen – abseits der großen Politik, abseits der politischen Diskussionen, abseits des vermeintlich unüberwindbaren Gegensatzes von Ost und West.

Die Story möchten wir hier nicht vorwegnehmen – ansehen lohnt in jedem Fall! Ein schönes Beispiel für die verbindende Wirkung eines so einfachen und universell verständlichen Spiels!

Skat in der Politik

Auch aus der Politik der Bundesrepublik ist das Skatspiel nicht wegzudenken – zumindest als reizvoller Zeitvertreib und Denksport der politischen Elite Deutschlands.

Oder ist es ein Zufall, dass gleich zwei Bundespräsidenten als passionierte Skatspieler gelten?

Aus den 1960er Jahren existieren Aufnahmen, die den aus der CDU stammenden Bundespräsidenten Heinrich Lübke beim Skat-Spiel mit hochkarätiger Polit-Prominenz zeigen.

Auch der 1999 in das höchste Amt der Republik gewählte Johannes Rau war dafür bekannt, dass er – soweit er nicht durch sein politisches Tun daran gehindert und auf Reisen war – dreimal wöchentlich in einer Kneipe in seiner Heimatstadt Wuppertal Skat spielte.

Bemerkenswert ist, dass auch seine Frau – Christiane Rau – zum Fan dieses Spiels wurde und zum 200-jährigen Skat-Jubiläum, das im thüringischen Altenburg begangen wurde, an einem Prominenten-Turnier teilnahm.

Unter den bekannten Skatspielern der Republik weiterhin zu nennen sind Klaus Töpfer, Oskar Lafontaine, Bernhard Vogel und Gerhard Schröder – obwohl letzterer dem Vernehmen nach ein eher mäßiger Stratege beim Skatspiel sein soll!

Skat im Cabaret

In unserer Rundreise durch die Kulturgeschichte des Skats darf natürlich auch der wohl renommierteste Vertreter des bildungsbürgerlichen deutschen Humors nicht fehlen: Loriot, mit bürgerlichem Namen Viktor von Bülow, erkannte auch hier mit unbestechlichem Blick die Eigenheiten des deutschen Bürgers und nahm sie liebevoll auf die Schippe.

Wer kennt ihn nicht, den kurzen Sketch, in dem die Herren Vogel und Striebel vom Skatspiel des Herrn Moosbach in schiere Verzweiflung getrieben werden?

Das Drama beginnt mit dem von vielen Fans immer wieder gern zitierten Dialog:

„Spielen Sie Skat?“

„Im Moment nicht“

Ob man Buben und Damen gut unterscheiden kann, ob man gar selbst einen Buben habe und auch den Schnippschnapp kenne – das alles kann in Textform nicht wieder gegeben werden, da muss man schon das Original sehen und hören.

Abschließend möchten wir jedoch den weisen Satz zitieren, den Loriot seinen liebevoll gezeichneten Charakterköpfen in den Mund legte:

„Spielen – richtig verstanden – ist etwas Wunderschönes.“