10 Skatbegriffe für Top-Spieler

Skatbegriffe für Top-Spieler

Alte, der

Skat - Der Alte

Der Alte

Wenn jemand dir gegenüber den Begriff „der Alte“ verwendet, kann er je nach Kontext etwas anderes meinen.

Entweder er weist darauf hin, dass er sehr gern den beliebten gleichnamigen deutschen Fernsehkrimi schaut oder er äußert sich abfällig über eine Respektsperson.

Beim Skat wird damit jedoch eine bestimmte Karte bezeichnet.

Geschichte des Begriffes

Die genaue Herkunft des Begriffes ist unbekannt. Es ist aber zu vermuten, dass der Begriff einstmals eine Respektsbezeichnung für einen älteren Menschen war, der durch seine Weisheit und Reife, eben durch seine Erfahrung im Alter, geschätzt wurde.

„Der Alte“ im Skat

Wenn du im Skat den Buben auf der Hand hast, der die Farbe Eichel beziehungsweise Kreuz trägt, dann hast du den Alten in deinem Blatt.

Der Alte zählt als höchster Trumpf, wenn keine andere Farbe als Trumpffarbe gewählt wurde, dein Sieg liegt also in greifbarer Nähe.

 

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Bilderbuch

Skat-Bilderbuch

Das Bilderbuch

Bilderbücher stehen nicht nur im Regal von Kindern oder als Kunstbücher bei Bildungsbeflissenen, sondern sind oftmals auch im Skat zu finden.

Geschichte des Begriffes

Die Bedeutung des Wortes Bilderbuch ist im Grunde selbsterklärend. Es handelt sich um ein Buch, dessen Seiten zum größten Teil aus Abbildungen bestehen.
Vorläufer des Bilderbuches sind bereits im 16. Jahrhundert zu finden, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat sich die Form des Bilderbuches entwickelt, das wir auch heute kennen.

Da in dieser Zeit auch das Skatspiel entwickelt wurde, ist davon auszugehen, dass der Begriff des Bilderbuches bereits sehr früh in das Vokabular des Spiels aufgenommen wurde.

Das „Bilderbuch“ im Skat

Ein Bilderbuch im Skat hast du, wenn du nur Bilder, also Buben, Damen und Könige auf der Hand hast.

Das ist schön anzusehen, jedoch kein Grund zur Freude. Besonders wenn du eine Runde als Alleinspieler bestreitest, ist dies kein Bild, wie es im Buche steht, denn ein Gewinnen mit einem solchen Blatt ist nahezu ausgeschlossen.

 

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Kaffeekränzchen

Skat - Kaffekränzchen

Kaffekränzchen

Das Kaffeekränzchen ist eine althergebrachte Veranstaltung, bei welchem sozial ebenbürtige Damen zusammenkommen, um bei Klatsch, Tratsch und Kaffee die neuesten Ereignisse zu besprechen.

Im Skat verwendest du den Begriff, wenn sich alle vier Damen in deinem Blatt versammelt haben.

Geschichte des Begriffes

Der Begriff des Kaffeekränzchens geht auf zwei Ursprünge zurück.

Der erste Teil des Wortes wurde aufgrund der Tatsache verwendet, da bei diesen Treffen des weiblichen deutschen Bürgertums zumeist Kaffee als Getränk gereicht wurde.

Der Begriff des Kränzchens geht auf den Königskranz zurück, den die Gewinner des traditionellen Pfingstschießens erhielten, womit sie verpflichtet wurden, das nächste Fest auszurichten.

Das „Kaffeekränzchen“ im Skat

Wenn du beim Skat die vier Damen auf der Hand hast, ist dies nicht unbedingt ein Grund zur Freude, da die vier Damen im Spiel in der Regel kaum Bedeutung haben.

Das Kaffeekränzchen kann einen Sieg sogar verhindern.

Der Begriff wird exklusiv für die Damenrunde im Blatt verwendet, ein Pendant für die Könige – etwa der Stammtisch – existiert bislang nicht.

 

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Lusche

Skat-Lusche

Lusche

Der Begriff der Lusche hat mehrere Bedeutungen.

Zuallererst solltest du stutzig werden, wenn du von jemandem als eine solche bezeichnet wirst, da diese Person mit dem Begriff äußert, dass sie dich für einen schwachen Menschen hält.

In einigen deutschsprachigen Gegenden wird darunter auch eine liederliche Person verstanden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff Lusche im Kartenspiel.

Geschichte des Begriffes

Die Herkunft des Begriffes liegt im Dunkel der Geschichte. Eine Verwandtschaft mit dem mittelhochdeutschen Verb lôs, das unter anderem leichtfertig bedeutet, ist ebenso anzunehmen wie eine Verwandtschaft mit dem englischen Begriff Loser, welcher mit Lusche übersetzt werden kann.

Zudem ist der Begriff der Lusche auch als Familienname im deutschsprachigen Raum geläufig.

Die „Lusche“ im Skat

Der Begriff der Lusche im Skat kann zweierlei Bedeutungen haben.

Einerseits kannst du einen Spieler durchaus als Lusche bezeichnen, wenn dieser einfach keine Ahnung von dem Spiel hat und ständig verliert, was besonders ärgerlich ist, wenn er dein Partner in der Gegenpartei ist.

Allerdings wird der Begriff der Lusche im Skat hauptsächlich auf eine spezielle Gruppe von Karten angewandt, und zwar auf die Karten, die keinen Zählwert haben, also die 7, die 8 und die 9.

 

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Omablatt

Ein Omablatt ist nicht nur bei Kartenspielen anzutreffen, welche ältere Damen bei ihren Kaffeekränzchen bestreiten. Auch gestandene Männer kann in der Kneipe ein Omablatt treffen.

Geschichte des Begriffs

Die Herkunft des Begriffes Omablatt liegt im Dunkeln.

Eine Theorie besagt, dass das Wort von Kartenspielen stammt, für die vier Personen Grundvoraussetzung, jedoch nur drei Spieler anwesend sind.

In diesem Fall wird gewöhnlich die Oma kurzerhand zur Partie geladen. Ist diese nicht zu finden, wird das vierte Blatt einfach an eine imaginäre Oma ausgegeben. Bei jedem Stich wird, wenn diese dran ist, einfach die oberste Karte vom Stapel genommen.

Die zweite Theorie besagt, dass ein Omablatt aus einer so günstigen Kartenkombination besteht, dass auch eine Oma, welche geistig bereits nicht mehr ganz auf der Höhe ist und zudem die Regeln des Spiels nicht kennt, dennoch das Spiel für sich entscheiden kann.

Das „Omablatt“ im Skat

Im Skat wird der Begriff nach der zweiten Theorie verwendet.

Wenn du ein Omablatt auf der Hand hast, ist dies allerdings nur ein Grund zur Freude, wenn du noch ein Anfänger bist.

Denn der Begriff hat eine sehr negative Bedeutung, denn der Sieg mit einem solchen Blatt ist nur ein schaler Sieg, da dieser kein spielerisches und taktisches Können erfordert.

Die Anerkennung eines erfolgreichen Solospieles mit einem Omablatt bleibt dir also verwehrt, es ist wahrscheinlicher, dass du vor allem beim Kneipenskat Spott und Häme erntest.

 

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Ramsch

Ramsch ist ein althergebrachter Begriff, der umgangssprachlich verwendet wird, um Schund, Ausschuss und Schleuderware zu bezeichnen.

Auf der zweiten Bedeutungsebene wird er als Name für eine besondere Spielart der Kartenspiele Skat und Schafkopf verwendet.

Geschichte des Begriffes

Mit hoher Wahrscheinlichkeit geht der Begriff Ramsch auf das mittelhochdeutsche Wort râm zurück, das Schmutz oder Abfall bedeutet.

Eine weitere Verwandtschaft wird mit dem hebräischen Wort rama’ut vermutet, das ebenfalls Abfall bezeichnet.

Der Begriff wird seit dem 18. Jahrhundert in seiner heutigen Bedeutung verwendet.

Neben der Substantivform sind auch die Verbformen ramschen oder verramschen gebräuchlich. Diese bezeichnen den Handel mit minderwertigen Waren aller Art.

Ein Ramschladen ist ein Geschäft, welches diese Waren anbietet. Das Wort wird in all seinen Formen nur als negativer Begriff verwendet.

„Ramsch“ im Skat

Der Ramsch ist zwar ein Begriff des Kartenspiels Skat, gehört jedoch nicht zu den offiziellen Regelungen.

Er wird hauptsächlich im Kneipenskat verwendet, einer Skat-Kategorie, die sich durch hohen Variantenreichtum auszeichnet.

Ramsch wird in der Regel gespielt, wenn alle drei Spieler nur wertlose Blätter haben und daher nicht reizen wollen, wobei in die Spielarten des einfachen Ramsch, des Schieberamsch oder des Augenramsch unterschieden wird.

Es zählen in jedem Falle nur die normalen Trümpfe als solche, also die Buben.

Das Ziel des Spieles ist entgegengesetzt zum normalen Spiel. Beim Ramsch solltest du also darauf achten, so wenig Augenpunkte wie möglich zu sammeln. Wer die meisten Punkte hat, verliert den Ramsch.

 

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Revolution

Der Begriff der Revolution wird von vielen gefürchtet, ist sie doch in der Lage, bestehende Ordnungen zu stürzen.

Auch im Skat gibt es Revolutionen. Staaten und Gesellschaften sind in diesem Fall zwar kaum gefährdet, dennoch können sie für den Alleinspieler recht unangenehm werden.

Geschichte des Begriffes

Der Begriff der Revolution stammt aus der Astronomie und geht auf das spätlateinische Wort revolutio zurück, was mit Umdrehung übersetzt werden kann.

Gebräuchlicher ist der Begriff der Revolution jedoch im Zusammenhang mit gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen.

Wann und von wem der Begriff zum ersten Mal beim Skat verwendet wurde, ist nicht bekannt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Revolution in dem Kartenspiel bereits früh Einzug gehalten hat, da die Menschen um 1810, als Skat entwickelt wurde, noch stark unter dem Einfluss der wenige Jahre zuvor stattgefundenen Französischen Revolution standen.

Zudem war die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem im intellektuellen Milieu, wo sich das Spiel zuerst schnell verbreitete, stark von revolutionären Ideen geprägt.

Die „Revolution“ im Skat

Diesen Ausdruck findest du im Kneipenskat, allerdings nur in seltenen Fällen.

Bei der Revolution kann der Alleinspieler ähnlich wie beim Null Ouvert keinen Stich machen, was die Gegenspieler ermächtigt, den Skat aufzunehmen und die Handkarten zu tauschen.

Die Gegenspieler stürzen den Alleinspieler also in einem revolutionären Akt. Gewertet wird eine erfolgreiche Revolution im Skat mit 92 Punkten.

 

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Rollmops

Skat-Rollmops

Rollmops

Wer einen Rollmops hat, der kann sich entweder freuen, dass er eine Berliner Fisch-Spezialität auf dem Teller hat oder beim Skat eine Kartenkombination, welche das Gewinnen der Runde etwas leichter macht.

Geschichte des Begriffes

Der Begriff Rollmops hat seine Ursprünge wohl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als für den in Essig und Salz eingelegten Heringsstreifen ein Name gesucht werden sollte.

Der durchschnittliche Biedermeier assoziierte das Aussehen der Fischspezialität mit dem Aussehen eines Mopses.

Der „Rollmops“ im Skat

Im Skat spricht man von einem Rollmops, wenn du zwei Buben und zwei Karten von jeder Farbe auf der Hand hältst.

Damit hast du vier Trümpfe im Blatt, wenn eine Trumpffarbe gewählt für das Spiel wurde. Bei Spielen ohne Trumpffarbe besitzt du die Hälfte der Trümpfe.

Der Rollmops wird auch als bunter Hund oder Wollkopf bezeichnet.

 

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Schneider

Keine Angst, wenn du beim Skat ein Schneider wirst, musst du nicht zu Nadel und Faden greifen und deinem Gegner die Socken stopfen.

Vielmehr bedeutet dieser Status, dass du den ersten Schritt zum Erfolg gemacht hast.

Geschichte des Begriffes

Der Begriff ist älter als das Spiel Skat.

Zum einen geht die Redensart darauf zurück, dass das Schneiderhandwerk ein Beruf war, der mit gewissen finanziellen Schwierigkeiten behaftet war.

Wenn man über finanzielle Sicherheit im Leben verfügte, war man damit „aus dem Schneider“.

Auch die trinkfreudigen burschenschaftlichen Studenten kannten diese Redewendung.

Beim Bierspiel „Lustig, meine Sieben“ wurde dem Verlierer, der unter 30 Punkten blieb, eine Schere auf den Tisch gemalt. Er wurde als Schneider bezeichnet und musste zur Strafe die doppelte Menge Bier trinken.

Die thüringischen und sächsischen Studenten, bei denen sich das Skatspiel zuerst rasant verbreitete, übertrugen die Redewendung wahrscheinlich von dem Trinkspiel auf das neue Kartenspiel.

Der „Schneider“ im Skat

Der Schlüssel zum Verständnis der Bedeutung des Begriffes Schneider im Skat ist die Zahl 120, die Gesamtzahl der Augen eines Blattes.

Den Sieg erlangt man damit, indem man mindestens 61 Augen sammelt.

Aus dem Schneider bist du, wenn du mehr als 30 Augen und damit die Hälfte der zum Sieg notwendigen Punkte heimholst.

Den Rang des Schneiders erreichst du bereits mit deinem ersten Stich, auch wenn du nur Karten stichst, die keine Augen haben.

 

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Spaltarsch

Obszöne Begriffe sind nichts Seltenes bei einem Spiel, das von Männern dominiert wird.

Das betrifft auch den Spaltarsch, ein Begriff aus dem Kneipenskat.

Geschichte des Begriffes

Die Ursprünge des Begriffes sind nicht überliefert.

Es ist allerdings anzunehmen, dass der Begriff des Spaltarsches geprägt wurde, als eine Herrenrunde in irgendeiner Eckkneipe beim Skat bereits die ein oder andere, die Zunge lösende Runde Bier genossen hat.

Der „Spaltarsch“ im Skat

Wie bekannt, zählt ein Skatblatt insgesamt 120 Augen. Und bei einer geraden Zahl von Augen ist es natürlich, dass es auch zu einem Unentschieden kommen kann, also sowohl du als auch die Gegenpartei nach dem Stich 60 Punkte aufweisen.

Ein solches Spiel wird Spaltarsch genannt, wenig vornehmer auch Spalthintern.

 

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Quellen:

  • Skat spielen mit Niveau: Bewährte Regeln und Strategien für Anfänger und Fortgeschrittene Taschenbuch – 31. August 2013, von Axel Gutjahr
  • Das Skat-Lesebuch. Von Kiebitzen, Schneidern, Jungfrauen und Luschen Gebundene Ausgabe – 1. Juli 2002
    von Bernd Imgrund